Vitamin E

Beispielrezepte für gute Versorgung

Zufuhrdaten

Unter Vitamin E sind verschiedene Tocopherole bekannt, die sich in ihrer chemischen Struktur leicht unterscheiden und unterschiedliche biologische Aktivitäten aufweisen. Das dabei für den menschlichen Organismus bedeutsamste  Tocopherol, ist das alpha-Tocopherol. Es kommt natürlicherweise in vielen Lebensmitteln vor und weist die höchste biologische Aktivität auf.

Der tägliche Bedarf für einen Erwachsenen liegt bei 15 mg pro Tag. Der Median von ca. 400 ausgewählten Lebensmitteln liegt bei 0.0 mg/100 g; das 75%-Quantil ist 0.9 mg/100 g und der Mittelwert ist 2.1 mg/100 g.

Obwohl Vitamin E allgegenwärtig in der lipiden Phase von Lebensmitteln vorkommt, ist das mittlere Vorkommen in unserer Ernährung als gering anzusehen. Zur Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung sollten gezielt Vitamin-E-reiche Lebensmittel in der Ernährung berücksichtigt werden.

Nahrungsquellen

Vor allem in pflanzlichen Ölen, Nüssen und Getreidekeimlingen. So ist von den pflanzlichen Ölen besonders Weizenkeimöl reich an Vitamin E. Bei den Nüssen sind Mandeln und Haselnüsse gute Vitamin-E-Quellen.

Empfindlichkeit bei der Zubereitung

Bei der Verarbeitung der Lebensmittel zeigt Vitamin E eine relativ gute Stabilität. Bei der Lagerung von Vitamin-E-haltigen Lebensmitteln kann jedoch Licht und Luftsauerstoff den Abbau von Vitamin E fördern. Auch mehrmaliges Erhitzen von Speisen führt zu einem vermehrten Abbau von Vitamin E.

Absorption

Die Absorption von Vitamin E erfolgt wie bei den anderen fettlöslichen Vitaminen über die Lymphe und mit den Transporteinheiten Micellen und Chylomikronen.

Die Aufnahme des Vitamin E aus der Nahrung wird durch freie Fettsäuren beeinflusst, wobei mittelkettige Fettsäuren die Aufnahme aus dem Darmlumen fördern.

Malabsorption

Eine verminderte Aufnahme von Vitamin E liegt bei sehr fettarmer Ernährung, bei Leberschäden, Gallensäuremangel oder Fettabsorptionsstörungen vor.

Transport

Das in die Leber beförderte Vitamin E wird in den Leberzellen in das VLDL eingelagert und mit diesem Transportvesikel in das Blut übertragen. Im Blut wird das Vitamin E anschließend auf das LDL übertragen und so weiter zu den Zielzellen transportiert. Mittels spezieller Andockrezeptoren bindet das Vitamin E tragende LDL an die Zielzellen und überträgt dann das Vitamin E in die Zellen.

Speicher

Ein Speicherorgan für Vitamin E gibt es im menschlichen Körper nicht.

Ausscheidung

Vornehmlich über den Fäzes.

Funktionen

Vitamin E befindet sich in großen Mengen in den Zellmembranen und schützt die darin enthaltenen mehrfach-ungesättigten Fettsäuren und andere leicht oxidierbare Bestandteile vor oxidativen Prozessen. Weiterhin zeigt Vitamin E auf Zellmembranen eine stabilisierende Wirkung und sorgt für die Erhaltung des fluiden Charakters der Zellmembran. Oxidiertes Vitamin E wird durch Vitamin C und Selen-haltige Gluthation-Peroxidase regeneriert.

In der Atmungskette der Mitochondrien werden empfindliche Verbindungen – die an dem Elektronentransport beteiligt sind – durch Vitamin E stabilisiert.

Bei einem frühen Mangel kommt es zur Hämolyseneigung der roten Blutkörperchen („sie platzen“). Bei einem fortgeschrittenen Mangel kommt es zur Lipidperoxidation und Immunschwäche.

Im Gegensatz zu Vitamin A und Vitamin D wirkt Vitamin E auch bei höheren Gaben nicht toxisch. So wird eine einmalige Aufnahme der 15 bis 50-fachen Menge der empfohlenen Tagesdosis als unproblematisch angesehen.

Dem Vitamin E warden zahlreiche physiologische Effekte zugeschrieben, die jedoch noch nicht zweifelsfrei bewiesen sind. So wird die Reduzierung von Muskelschäden, Verzögerung von diabetischen Spätschäden und die Verminderung des Risikos der Hornhauttrübung am Auge diskutiert. Weiterhin soll Vitamin E den oxidativen Stress durch das Rauchen vermindern und scheint die Entstehung von zahlreichen Krebsarten zu vermindern.


Elmadfa: Ernährungslehre. 2. Auflage. Stuttgart : Eugen Ulmer GmbH & Co., 2009.

Römpp Enzyklopädie Online, Stuttgart: Thieme Verl., URL: http://www.roempp.com [abgerufen am: 23.11.2017]. Fachgebiet: Lebensmittelchemie; Abschnitt: Vitamin E