Niacin

Beispielrezepte

Zufuhrdaten

In der Nahrung als Niacin oder Niacinamid vorliegend. Weiter kann die Aminosäure L-Tryptophan zu Niacin verstoffwechselt werden. So kann eine Bedarfsdeckung durch eine günstige Ernährung unterstützt werden und im ungünstigen Fall – hauptsächliche Nahrungszufuhr von Niacin und L-Tryptophan armer Kost – einen Mangel herbeiführen.

Der tägliche Bedarf für einen Erwachsenen liegt bei 17 mg pro Tag. Der Median von ca. 400 ausgewählten Lebensmitteln liegt bei 0,7 mg/100 g; das 75%-Quantil sind  2,5 mg/100 g und der Mittelwert sind 2.1 mg/100 g.

Im Mittel enthält unsere Ernährung wenig Niacin. Zur Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung sollten gezielt Niacin-reiche Lebensmittel in der Ernährung berücksichtigt werden.

Nahrungsquellen

Niacin kommt in ausreichender Menge in verschiedenen tierischen Lebensmitteln vor (10 bis 15 mg Niacinäquivalente pro 100 essbaren Anteil [eA]): Leber, Hühnerbrust, Truthahn, Sardellen.

Eine wichtige vegane Nahrungsquelle ist Seitan (Weizengluten) mit einem Gehalt um 17 mg Niacinäquivalente / 100 g (eA). Weiterhin liefern Austernpilze und Erdnüsse hohe Mengen an Niacin.

Einen mittleren Niacingehalt haben z.B. Fasan, Gans, Hase und Kaninchen, Lamm, Innereien, Forelle, Heilbutt, Lachs, Makrele, Sardine, Thunfisch. Pflanzliche Niacinquellen sind an dieser Stelle Champignon, Pfifferling, Dinkel, Weizen, Chiasamen, Reis, Fenchelfrüchte, Hanfsamen.

Empfindlichkeit bei der Zubereitung

Niacin ist das stabilste Vitamin und verträgt Licht, Hitze, Säuren, Basen. Lediglich beim Kochen gehen 15-25% in das Kochwasser über und damit verloren.

Absorption

Niacin und Niacinamid werden unverändert vom Körper durch Diffusion aufgenommen. Bei geringen zugeführten Niacinmengen kann der Körper jedoch die Aufnahmerate durch einen aktiven Transporter  erhöhen.

Malabsorption

Die gleichzeitige Aufnahme von oralen Antibiotika hemmt die Niacinaufnahme. Ein Mangel an Vitamin B6 hemmt die Eigensynthese von Niacin aus Abbauprodukten, wodurch indirekt die Verfügbarkeit für den Körper reduziert wird.

Transport

Im Körper wird Niacin als Niacinamid mit den Erythrozyten transportiert.

Speicher

Niacin verteilt sich unspezifisch im ganzen Körper.

Ausscheidung

Die Ausscheidung erfolgt renal über den Urin. Die Ausscheidungsprodukte sind dabei oxidierte und methylierte Niacinabbauprodukte.

Funktionen

Niacin ist ein wichtiger Cofaktor im Energiestoffwechsel der menschlichen Zellen. Dabei wirkt NADH (Nicotinamid-Adenin-Dinucleotid) bei dem katabolischen Abbau von Stoffwechselprodukten mit und nimmt an der Energiegewinnung teil. NADPH (phosphoryliertes NADH) wirkt gegensätzlich im anabolischen Stoffwechselprozess, in dem es bei der Bildung von Fettsäuren und Stereoiden teilnimmt.

Weiteres

Bei einem ausgeprägten Niacinmangel kann es zu einem rauen Hautbild kommen, was als Pellagra bezeichnet wird. Aus diesem Grund wurde das Vitamin Niacin zu Beginn seiner Entdeckung auch als „Pellagra-preventive Factor“ bezeichnet.


Elmadfa: Ernährungslehre. 2. Auflage. Stuttgart : Eugen Ulmer GmbH & Co., 2009.