Iod

Zufuhrdaten

Im Körper sind 10 bis 20 mg Iod gespeichert, wobei der Großteil hiervon in den Schilddrüsen eingelagert ist.

Der tägliche Bedarf für einen Erwachsenen liegt bei 200 μg Iod pro Tag. Der Median von ca. 400 ausgewählten Lebensmitteln liegt bei  0 μg/100 g essbarer Anteil (EA); das 75%-Quantil sind 2.4 μg/100 g EA und der Mittelwert sind  5.2 μg/100 g EA.

Iod ist in unserer Ernährung stark unterrepräsentiert. Aus diesem Grund ist eine Anreicherung bestimmter Lebensmittel mit Iod gesetzlich vorgeschrieben. Alle in dem Kochbuch vorgestellten Speisen werden mit Algen-haltigen Speisesalzen zubereitet (2000 μg pro 100 g Salz).

Nahrungsquellen

Hauptnahrungsquellen sind Meerestiere, aber auch Milch und Eier, sofern die Tiere mit Iod-haltigem Futter ernährt wurden. In Mitteleuropa erfolgt eine Versorgung mit Iod außerdem über iodiertes Speisesalz.

Iod gehört neben Folat und Calcium (Eisen für Schwangere) zu den Mikronährstoffen, die in ihrer durchschnittlichen Zufuhr nicht die D-A-CH Referenzwerte erreichen.

Absorption

Die Aufnahmerate von Iod aus der Nahrung liegt bei nahezu 100%.

Malabsorption

Die Aufnahme von Iod wird jedoch durch eine nitratreiche Nahrung und gleichzeitig mit der Nahrung aufgenommenen Glucosinolate (aus Kohlgemüse) erschwert. Die im Zigarettenrauch enthaltenen Thiocyanate hemmen die Iodaufnahme in die Schilddrüse.

Transport

Im Blut erfolgt der Transport von Iod als ionisch geladenes Iodid. Nach Umwandlung in der Schilddrüse erfolgt die Speicherung als Trijodthyronin oder Thyroxin.

Speicher

Der Hauptspeicher des Iods befindet sich in der Schilddrüse und ist in gefülltem Zustand ausreichend für 2 Monate.

Ausscheidung

Iod wird als freies Iodid über die Niere ausgeschieden.

Homöostase

Im menschlichen Körper erfolgt eine effektive Wiederverwertung. Bei geringen mit der Nahrung aufgenommenen Iodmengen wird eine vermehrte Hormonbildung in der Schilddrüse stimuliert.

Funktionen

Iod ist ein elementarer Bestandteil der Schilddrüsenhormone. So ist das Trijodthyronin im Zellkern aktiv und induziert dort die Transkription bestimmter Proteine, die die Reifung v.a. des Gehirns und des Energiestoffwechselsystems beeinflussen. Iodmangel im fetalen Stadium bei der Mutter führt zu geistigen Behinderungen und Störungen im Knochenwachstum.


Elmadfa: Ernährungslehre. 2. Auflage. Stuttgart : Eugen Ulmer GmbH & Co., 2009.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.: Ernährungsbericht, Bonn, 2012; abgerufen am 28.02.2017: https://www.dge.de/wissenschaft/ernaehrungsberichte/ernaehrungsbericht-2012/kapitel-1/