Appetit

Diesen Weg

geht niemand

an diesem Herbstabend.

– Bashō


Niemand

von Byung-Chul Han

Die Seele ist für Leibniz eine „Monade„, die wie ein Spiegel das Universum in sich spiegelt. Ihr ist jedoch nicht jene Stille und Selbstlosigkeit eigen, die sie zu einem freundlichen Widerhall der Welt werden liesse. Ihre Widerspiegelung vollzieht sich vielmehr als eine aktive Vorstellung (perception). Ihr wohnt ein „Streben“ (appetition, appetit, appetitus) inne. Das lateinische Verb appetere bedeutet ’nach etwas greifen, auf etwas losgehen‘ oder ‚etwas angreifen‘. So ergreift die Monade vorstellend die Welt. Die Perception ist eine Art Zugriff auf die Welt. Die Monade hat gleichsam ständig Appetit; sie strebt und begehrt. Das Begehren wäre der Grundzug der Seele. Der Appetit erhält die Monade am Leben bzw. am Sein. Die Abwesenheit des Appetits käme dem Tod gleich. Sein hiesse also Appetit-haben.


Byung-Chul Han. Philosophie des Zen-Buddhismus.  Stuttgart : Philipp Reclam, 2002.

Autor: narunge

Aufgewachsen im trostlosen, grauen Berlin-Wedding. Sehnsucht nach Schönheit und Reinheit der Natur. Was unsere Nahrung im Innersten zusammenhält. Vielfalt der pflanzlichen Heilmittel. Welcher Geist durchströmt die Pflanzenwelt. O König der Kephallenier!

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